Macher im Hintergrund

Die Geschäftsführer Gerhard Müller und Steffen Schurr waren und sind stark gefordert

Der eine, Gerhard Müller, hat gleich 18 Jahre Geschäftsführer-Tätigkeit auf dem Buckel. Der andere, sein Nachfolger Steffen Schurr, leitet das Amt seit rund zwei Jahren. Beiden ist Langeweile ein Fremdwort. Die „Macher“ im Hintergrund sahen und sehen sich mit immer komplexeren Themen konfrontiert.

Der jetzige Geschäftsführer des Zweckverbandes Eichwald Steffen Schurr (rechts) und sein Vorgänger Gerhard Müller. Foto: Walter Christ

Richten wir den Fokus zunächst auf Müller (66). Von Anbeginn an führte er die Geschäfte des Zweckverbandes Eichwald, bis dieses Aufgabenfeld mit seinem beruflichen Ausscheiden als Hauptamtsleiter bei der Stadt Sachsenheim und dem Eintritt in den Ruhestand endete. Das heißt nicht ganz: Noch immer sitzt der kompetente Vollblut-Verwaltungsmensch mit dem geradezu phänomenalen Gedächtnis an bestimmten Tagen für ein paar Stunden in einem Wasserschloss-Kämmerlein, um gewisse Arbeiten abzuwickeln. Wie immer und wie bei seinem Kollegen Schurr: meistens im Hintergrund.
Wie man sich denken kann, bewegt ihn gerade auch beim 20-jährigen Jubiläum das eine oder andere persönliche Gefühl. „Diese Zeit ist wie im Flug vergangen; sie war arbeitsreich, interessant, abwechslungsreich und teilweise sehr intensiv. Es war eine erfolgreiche Zusammenarbeit vieler Beteiligter: Bürgermeister, Gremien, Behörden, Planer, Firmen, die in vorbildlicher Weise zusammengewirkt, die so die Erfolgsgeschichte ,Zweckverband Eichwald‘ mitgeschrieben haben“, fasst er seine Eindrücke zusammen. Eine Art Lebensaufgabe also? Müller: „Der Zweckverband Eichwald hat sicherlich die zweite Hälfte meines Berufslebens bei der Stadt Sachsenheim bestimmt. Ich war immer mit Freude und Begeisterung dabei.“ Es gab demnach auch viele Ereignisse in diesen 18 Jahren, die ihm immer in Erinnerung bleiben werden, wie etwa die Unterzeichnung der Kaufverträge mit den Firmen Winkels und Porsche, die den erfolgreichen Abschluss der Vertragsverhandlungen bedeuteten. Natürlich auch die Einweihung der Umgehungsstraße im Jahre 2006. Zu den unvergesslichen Aufgaben gehören laut Müller die Bedeutung der Artenschutzproblematik und deren Entwicklung in diesen Jahren. „Hier fällt mir spontan die Wechselkröte ein“, sagt er. Eigentlich alles, was einen Zweckverband betrifft, gehörte zu seinen Aufgaben. Die da sind: Verbandsverwaltung, Zusammenarbeit mit den Verbandsbürgermeistern und den Mitgliedern der Verbandsgemeinderäte beziehungsweise der Verbandsversammlung, aber auch die Mitarbeit bei Planung, Finanzierung und Bau der Umgehungsstraße, Mitentwicklung des Gewerbeparks und dabei die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.
Ist alles wunschgemäß gelaufen, was hätte er gerne anders gemacht? Das heutige Ergebnis könne sich durchaus sehen lassen und sei vorzeigbar. In Einzelfällen hätte er sich dann und wann die Entscheidungsfindung etwas einfacher, weniger komplizierter gewünscht. Aber am Ende sei immer etwas herausgekommen, was den Verband in der Sache weitergebracht habe, so Müllers Bilanz.

Gerhard Müllers Blick in die Zukunft: „Das jetzige Gewerbegebiet wurde innerhalb kurzer Zeit nahezu aufgesiedelt. Das zeigt, dass Nachfrage und Bedarf vorhanden waren. Der Bedarf von Firmen, sich zu erweitern oder neue Standorte zu suchen, und die sich daraus ergebenden Nachfragen bestehen auch heute noch. Der Regionalplan des Verbandes Region Stuttgart weist dem Eichwald eine regional bedeutsame Funktion zu und sieht bei uns weiteres Entwicklungspotenzial. Daher ist es logisch, die beabsichtigte Südentwicklung weiter zu verfolgen und zu einem baldigen Abschluss zu bringen.“
Sein Nachfolger Steffen Schurr sieht das ähnlich. Der engagierte 47-jährige, ebenfalls aus dem Sachsenheimer Rathaus stammende Verwaltungsmann, sagt, dass auch in der Zukunft weitere interessante Aufgaben warteten. In Kürze würden die Erschließungsarbeiten für die kleinteilige Erweiterung beginnen, die bis Ende Juni 2014 abgeschlossen sein sollten. Hauptaugenmerk werde auf der Süderweiterung des Gewerbeparks liegen. Steffen Schurr: „Aufgrund der weiterhin starken Nachfrage nach Grundstücken besteht hier dringender Handlungsbedarf.“

Die Entwicklung der letzten zwei Jahre, also seit seinem Amtsantritt, war seinen Worten zufolge sehr dynamisch. Der Aufsiedlung des Gewerbeparks ist demnach durch die Erweiterung der Firma Porsche und der Firma Designfactory sowie die Neuansiedlungen der Firmen Jungheinrich, Götz und FAW stark voran geschritten. Parallel dazu wurden weitere Erschließungsanlagen, zum Beispiel die Friedrich-Jungheinrich-Straße und das Regenrückhaltebecken Nord, gebaut, erläutert der Geschäftsführer und fügt hinzu, dass weiterhin auch die planerischen Weichen für die Erweiterung des Gewerbeparks nach Osten (kleinteiliger Bereich) und nach Süden gestellt worden seien. „Aber auch im Bereich der Ausgleichsmaßnahmen war der ZVE tätig. So wurde die Ausgleichsmaßnahme im Bereich ,Hagelwörth‘ durchgeführt und auch die Sanierung der Trockenmauern in Häfnerhaslach ist angelaufen“, so Schurr.

Seine erste kleine Zwischenbilanz: „Die Aufgaben für den ZVE sind sehr vielfältig und anspruchsvoll. Die Arbeitsbelastung ist teilweise intensiv, macht aber dennoch großen Spaß. Auch die Zusammenarbeit mit den drei Partnerkommunen ist gut und konstruktiv. Unterstützung habe ich seit Mitte letzten Jahres auch durch meinen neuen Stellvertreter Peter Haag.“