Menschen, Tiere, Attraktionen

Das Verbandsgebiet und seine vielfältigen Nutzer

Auch wenn die Naturschützer am liebsten das gesamte Zweckverbandsgebiet für ihre Zwecke nutzen würden, den Gewerbepark kritisch einstufen und besonders dessen (Süd-)Erweiterung höchst ungern sähen – es gibt vor Ort mehr als nur Firmen, Asphalt und Beton.

Da wäre zunächst die Landwirtschaft. Auf Wald-, Acker- und Wiesenflächen, die von den privaten und kommunalen Besitzern Anfang der 1930er-Jahre an den Reichsfiskus (Luftfahrt) für militärische Zwecke nicht nur verkauft , sondern auch noch gerodet werden mussten, findet auch heute noch Landwirtschaft statt. Nachdem Nazis sowie US Army hier ausgemustert worden waren und ab 2008 die erste Aufsiedelung des neuen Gewerbeparks durch die Firma Winkels erfolgte, verblieben den Agrarlern zunächst immer noch rund 90 Hektar Fläche, die landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Aktuell stehen im Jubiläumsjahr etwa 50 Hektar langfristig zur Verfügung, zu denen weitere rund 30 Hektar dazukommen – käme die angepeilte Süderweiterung des Gewerbeparks nicht. 15 Pächter betreiben derzeit hier Landwirtschaft.

Biotopcharakter
Zweifachen Nutzen bringen Regenrückhaltebecken, die im Zusammenhang mit der neuen Umgehungsstraße und dem Baugebiet geschaffen wurden. Die Becken haben die Aufgabe, Oberflächenwasser, das hier anfällt und nicht ungereinigt in die Kanalisation abfließen darf, zu speichern, zurückzuhalten. So entstanden südlich der Straße auf Höhe Porsche zwei Seen, die insgesamt rund einen Hektar groß sind. Nördlich des Neubaus der Firma Jungheinrich wird zurzeit eine weitere Regenrückhaltemaßnahme verwirklicht. Sie besteht ebenfalls aus mehreren Becken.
Das Speichern des Wassers bringt einen zusätzlichen Effekt, denn die Seen zeichnen sich auch durch eine Art Biotopcharakter aus. So sind hier inzwischen nicht nur Wechselkröten, sondern auch allerlei anderes Kleingetier heimisch geworden. Sehr zur Freude der Naturfreunde.

Regenüberlaufbecken mit Biotop-Charakter. Foto: Walter Christ

Windhunde
Im Süden des Verbandsgeländes, und zwar am östlichsten Zipfel der ehemaligen Landebahn der Reichsluftwaffe. Dort, auf einem einstigen Schrott- und Segelfliegerplatz, hat sich Anfang der 1970er-Jahre der 1961 gegründete und vom damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Lüth sowie Pionieren der US Army stark unterstützte „Windhund-Rennsportverein Solitude e. V.“ niedergelassen und schuf den „Sachsenheim-Ring“.
Dieser muss einer Ausdehnung des Gewerbeparks Eichwald über die Umgehungsstraße hinweg weichen.
Der WRSV Solitude hat knapp 60 Mitglieder, die jedoch kaum aus Sachsenheim und Umgebung sind. Es handelt sich also um keinen klassischen Sachsenheimer Verein.

Die Windhunderennbahn „Sachsenheim-Ring“. Bei einer Süderweiterung des Gewerbeparks droht ihr das Aus. Foto: Walter Christ